Backenbart.

Ob kaiserlich oder ganz legere: Der Backenbart ist die stilvolle Bart-Alternative. Wir verraten Dir, wie Du Dir einen gepflegten Backenbart wachsen lässt und was Du dafür brauchst.

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Backenbart

Die Zahl bärtiger Männer ist heute enorm gestiegen, nicht zuletzt auch durch den Einfluss Hollywoods. Ist das nun nur eine vorübergehende Modeerscheinung? Vielleicht ja, aber vielleicht auch nicht! Denn bärtige Männer waren schon immer unter uns.Seit jeher gab und gibt es Modeformen beim Barttragen, man spricht in diesem Zusammenhang von Bartformen oder Barttrachten (neumodisch Beard Styles), die sich nicht nur nach der Mode richten, sondern auch im Zusammenhang mit dem Kulturkreis und der Epoche zu sehen sind. Nicht zuletzt kann der Bart auch einen entscheidenden Einfluss auf die Karriere haben. Ein Beispiel dafür ist die Zeit von Kaiser Wilhelm I, der seinen kaiserlichen Backenbart in Kombination mit einem Schnauzbart trug. So schätzte er es sehr, wenn sich hochrangige Offiziere wild wuchernde Koteletten wachsen ließen. In der Folge waren Rauschebart-Koteletten im 19. Jahrhundert in Deutschland sehr verbreitet.

Der russische Adel war ganz und gar nicht darüber amüsiert, dass der Zar Peter der Große im Rahmen der Modernisierung Russlands eine Anpassung an den westlichen Stil vorantrieb und das Abrasieren der Vollbärte verlangte. Er schreckte nicht einmal davor zurück, selbst zur Schere zu greifen, um hartnäckige Bärte einfach abzuschneiden. Manche Männer betrachteten dies als Verlust ihrer Männlichkeit und bevorzugten gegenüber einer glanzvollen aber bartlosen Karriere am Hof lieber ein bescheidenes Leben in den endlosen Weiten Sibiriens.

Zum Glück muss heute niemand mehr seinen Lieblingsbart „verraten“ oder sich einen prächtigen kaiserlichen Backenbart wachsen lassen, um seine Karriere in seinem Beruf zu machen. Allerdings kann ein gut gepflegter Bart Deine Individualität unterstreichen und auch so manches über Dich verraten. So kann auch ein Modetrend durchaus Chancen für Dich bergen.

Backenbart – Schwer im Trend

Kaiserlicher als bei Kaiser Wilhelm I oder wild-erotisch wie bei Logan (Wolverine)

Dank all der opulenten Hollywoodfilme und Serien wird uns immer wieder die ganze Pracht und Vielseitigkeit der Barttrachten der verschiedenen Epochen vor Augen geführt. Für Dich ist es aber wichtig, dass Du Dich für eine Bartform entscheidest, die zu Deiner Gesichtsform und vielleicht auch zu Deinen Lebensumständen passt, wenn dieser Bart dann zufällig auch noch modern ist, umso besser. Wer gern aussehen möchte wie der Wolverine (Logan) alias Hugh Jackman im Hollywood Actionfilm „X-Men Origins: Wolverine“ und diesem gesetzten wilden Trend folgen möchte, darf nicht vergessen, dass dafür erst einmal ein starker Bartwuchs erforderlich ist. Das lässt sich nicht einfach nur mal so beschleunigen, denn es ist unser fest vorgegebene genetische Code, der u. a. auch für das Haarwachstum verantwortlich ist. Aber zum Trost: Für einen guten Backenbart brauchst Du keine speziellen „Mutanten-Gene“ wie Wolverine, das beweisen viele berühmte Backenbartträger wie z. B. der englische Rockmusiker John Lennon, der amerikanischer Rock-’n’-Roll-Musiker Elvis Presley oder auch der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer. Aber bevor Du Dir einen imposanten Backenbart wachsen lässt, wirf erst einmal einen kritischen Blick in den Spiegel und betrachte Deine Gesichtsform.

Für wen eignet sich der Backenbart?

Backenbart oder auch „Kontur“ sind regionale Bezeichnungen für die Koteletten, die es übrigens nur in der Mehrzahl gibt, sie sind vom französischen Wort „côté“ (= Seite) abgeleitet. Beim Backenbart handelt es sich um jene Haare an den Seiten beider Gesichtshälften, die beim Mann nach der Pubertät beginnen am Haaransatz des Haupthaars bis zum Kiefer herunter wachsen. Übrigens heißen die Koteletten in den USA „sideburns“, weil der General Ambrose Burnside während des Sezessionskrieges „so herum gelaufen“ ist. Statt Backenbart ist auch Kotelettenbart eine gängige Bezeichnung.

Der Kotelettenbart z. B. in Form des kaiserlichen Backenbartes passt eher gut zu einer länglichen, schlanken Gesichtsform. Bei einem etwas breiteren Gesicht sollte es lieber nicht eine so buschige Variante wie bei unserem Kaiser Wilhelm sein. Bevor Du Dir aber einen Backenbart wachsen lässt, inspiziere erst einmal den Zustand Deiner Haut. Ein Bart kann gut wachsen und gedeihen auf gesunder Haut. Falls Du Rötungen, Pickel oder juckende Stellen hast, solltest Du zunächst Hautpflegeprodukte zum Einsatz und Erfolg kommen lassen. Falls Du nur einen spärlichen Bartwuchs hast, raten wir dringend davon ab, in Eigenregie zu Hormonpräparaten aus dem Internet zu greifen. Viel besser, wenngleich auch etwas langwieriger, ist der Blick auf die eigene Ernährungsweise. Eine ausgewogene Ernährung mit einem ausreichenden Anteil an Vitamin A und E sowie den Mineralien Selen und Zink hat allein schon einen guten Einfluss auf die Qualität Deiner Haare.

Backenbart rasieren & stutzen

Je nach der individuellen Wachstumsgeschwindigkeit brauchst Du etwas Geduld, bis Dein Backenbart die gewünschte Länge erreicht hat. Mit der richtigen regelmäßigen Pflege kann man aber gar nicht früh genug anfangen. Beim Backenbart Rasieren ist das Ziehen einer sauberen Konturlinie oberstes Gebot. Später kommt dann noch das Backenbarttrimmen hinzu, mit dessen Hilfe die Barthaare auf die gewünschte gleichmäßige Länge gestutzt werden.

Manche Männer versuchen es, den perfekten Bart mit einer Bartschablone zu erreichen. So gibt es z. B. die „Conchita Wurst Bart Schablone“ oder die „Goatee Saver Bart Schablone“, die ein wenig an die Maske von Hannibal Lecter im Horrorfilm „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Der britische Sender „Channel 5“ führte die Bartschablone allerdings ganz oben in seiner Liste der unnützesten Weihnachtsgeschenke auf.

Für das Backenbart Rasieren ist so eine Schablone in der Tat nicht wirklich notwendig, denn jedes Gesicht und jeder Bartwuchs ist Gott sei Dank individuell. Vielleicht steckt hier eher der „deutsche Michel“ dahinter, der immer alles und jeden mit Gleichmacherei und Standardisierung in eine Schublade oder Schablone einzwängen will. Du kannst ggf. durchaus versuchen, Dir Deine eigene (passende) Schablone zu basteln. Langfristig ist es aber einfacher und effektiver, wenn Du es übst und lernst, Deine optimalen Bartkonturen im Bereich der Wangen manuell zu ziehen.

Für wirklich saubere Konturen, und um sich den perfekten Backenbart zu rasieren, kann ein Barttrimmer oder ein Systemrasierer+1 hilfreich sein, mit dem du Bartlänge und Bartkonturen schnell und präzise anpassen kannst.

Und wenn Dir all diese guten Tipps immer noch nicht helfen, dann kannst Du Dir ja einen falschen Backenbart kaufen. Diesen „Spaßartikel“ findest Du tatsächlich in allen möglichen Variationen, um z. B. Deine Freundin mit aufrichtigen Kulleraugen zu fragen: „Welchen Backenbart hättest Du denn gern?“

Beardman, 2017