Henriquatre.

Er ist etwas Besonderes, der Henriquatre Bart. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass dieser Bart, der auch als der „Königliche“ bezeichnet wird, den Spagat zwischen dem 17. Jahrhundert und der Jetztzeit so locker und elegant hinbekommen hat, oder? Der Henriquatre stellt bis heute die Königsdisziplin unter allen Bartstilen dar, und ist nicht nur sprichwörtlich […]

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Der Henriquatre

Er ist etwas Besonderes, der Henriquatre Bart. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass dieser Bart, der auch als der „Königliche“ bezeichnet wird, den Spagat zwischen dem 17. Jahrhundert und der Jetztzeit so locker und elegant hinbekommen hat, oder? Der Henriquatre stellt bis heute die Königsdisziplin unter allen Bartstilen dar, und ist nicht nur sprichwörtlich der feine „Rund-um-den-Mund-Bart“, der smart, verspielt, aber auch ein bisschen sexy daherkommt. Aber, was macht den Henriquatre so unique, und wie sieht es eigentlich genau aus, das königliche Kunstwerk? Hier sei ein kleiner geschichtlicher Rückblick im Kontext mit neuesten Informationen erlaubt…

Äußerst königlich: Der Henriquatre Bart

Die Anfänge des Henriquatre Bartes gehen weit in die französische Geschichte zurück. Damals war es gang und gäbe, dass französische Könige der Nachwelt etwas Großes, Beeindruckendes hinterließen. Dabei sei nur an das Traumschloss Versailles erinnert. Aber es gab auch Könige, um die war es nicht so gut bestellt, wie zum Beispiel Heinrich den IV. Er hatte buchstäblich nur seinen Bart und setzte damals schon auf dessen Attraktivität. Nun, bis heute hat sich daran nicht geändert, der Henriquatre, benannt nach seinem Schöpfer, steht nach wie vor, hoch im Kurs. Aber er ist auch ein haariges Kunstwerk, das nicht ohne aufwendige Pflege auskommt, denn wird er nicht regelmäßig geschnitten, geht alles Königliche leider verloren. Es heißt also, mit dem Trimmen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dass dieses auch einem Kunstwerk gleicht, davon sollen die folgenden Zeilen berichten. Wie sieht er also aus, der moderne Henriquatre?

Ein Prachtstück, das beim Rasieren die Herausforderung sucht

Er sieht toll aus, aber seine Rasur gleicht einer Herausforderung, wenn er immer gut aussehen soll. Hier kommt es auf die Länge und das regelmäßige Schneiden an. Man(n) kann sogar sagen, der Henriquatre ist vergleichbar mit einer Gartenhecke. Nun gibt es sicher zwischen einem Bauerngarten und dem englischem Rasen noch ein paar Unterschiede, dennoch ist Akkuratesse angesagt, denn die Kombi zwischen Kinn- und Schnurrbart verlangt schon den Profi am Start. Und hier kommt die Technik ins Spiel, denn ein Präzisionstrimmer ist gefragt, einer, der die ultimative Fasson bringt. Ein perfekter Henriquatre verlangt nach Barthaaren, die zwischen drei und fünf Millimetern liegen. Des Weiteren ist es zwingend notwendig, auch die Kanten im Fokus zu haben und sehr sorgfältig zu rasieren. Aber auch der Widerspenstigen Zähmung ist angesagt, denn das eine oder andere Barthaar tanzt bestimmt aus der Rolle und muss dann mittels Bartschere gezähmt werden. Beim Henriquatre ist Präzision alles, denn es muss jedes einzelne Haar erwischt werden. In diesem Kontext bietet sich dann ein Vergrößerungsspiegel an. Beim Henriquatre steht aber nicht nur allein der Bart im Fokus, hier sind es auch Teile des Gesichts, die nicht von der haarigen Pracht bedeckt werden. Deshalb muss auch auf die sauber rasierten und sehr glatten Wangen sehr viel Gewicht gelegt werden, denn nur so ist königlicher Glanz vorprogrammiert. Die Pflegeorgie setzt sich aber fort, denn sie gilt auch für den Halsbereich. Stoppeln sind hier ein No-Go. Da beim Henriquatre zumeist der Kinnbart die größte Aufmerksamkeit genießt, wird der Schnurrbart unter Umständen ein wenig vernachlässigt. Aber auch er schreit förmlich nach der perfekten Pflege, die in Form einer Bartschere kommen sollte, denn die Haare dürfen nicht über die Oberlippe wachsen. Wenn sich die Barthaare also auf den ungeliebten Weg machen, hilft nur eines, sie aufzuhalten und einfach abzuschneiden…

Der Henriquatre Bart geht auch mit der Mode

Nun hat sich seit seinen Anfängen das eine oder andere Detail durchaus verändert. Um heutzutage mit dem Henriquatre Style zu überzeugen, muss Man(n) sich schon etwas der Trickkiste bedienen. Der Henriquatre Bart kann getrost als hartnäckigste Modeerscheinung der Geschichte bezeichnet werden, hält er sich doch in abgewandelter Form seit Jahrhunderten. Aber auch der Bart allgemein wird immer noch mit Weisheit, Männlichkeit, Potenz und Verwegenheit kombiniert, ist er doch eine mehr oder weniger gelungene Möglichkeit, der individuellen Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. Dennoch unterliegt auch der Henriquatre dem Wandel der Zeit, denn der heutige Zeitgeist verlangt nach großflächigen und quadratischen Gesichtern. Hier kann er dann seine sehr männliche und mitunter sexy-erotische Wirkung voll entfalten. Was er nicht sein sollte, ist aggressiv. Deshalb sollte Man(n) auf der Hut sein, ihn zu lang zu tragen. Apropos Mann & Henriquatre, viele haben ihn für sich entdeckt, diesen Bart, der einem Gesamtkunstwerk gleicht. Auch hier beginnt es königlich, denn selbst der spanische König Felipe hat sich in ihn verliebt. Aber auch nicht minder interessante Männer wie Brad Pitt, Jean Reno, George Clooney, Kanye West, George Michael, Adrien Brody und Marius Müller-Westernhagen tragen ihn wie eine Trophäe, und selbst die rötliche Variante eines Boris Becker sieht noch mega-sexy aus.

Übung macht hier den Meister…

Nun denken sich sicherlich etliche Männer: Her mit dem Henriquatre! Wie sieht es also aus mit dem wachsen lassen, und welche Kniffe & Tricks sind zu beachten? In Sachen Henriquatre sollte ein flotter Vollbart die Ausgangsposition bilden, bei dem dann die Wangenpartien und der Hals glatt rasiert wird. Hierbei gilt es, super akkurat zu schneiden, denn sonst kann er schnell zu einem ungepflegten Accessoire avancieren, der nicht nur die Damenwelt abschreckt, sondern auch das eigene Wohlbefinden empfindlich stört. Die Devise heißt, beim ersten Mal nicht aufgeben, sondern üben, üben und nochmals üben.

Auch das richtige Trimmen will gelernt sein…

Zuerst sollte der Bart mit dem Bartschneider auf ca. 3 bis 5 mm getrimmt werden. Dann sollte versucht werden, mit dem Präzisionstrimmer eine Form zu trimmen, die leicht abgerundet ist, um den Mund herum sowie unterhalb des Kinns verläuft. Anschließend sind die Ränder des Schnurrbartes dran, die so getrimmt werden, dass sie mit dem abgerundeten Kinnbart förmlich verschmelzen. Last but not least wird den Wangen und dem Hals mittels eines Rotationsrasierers eine saubere Rasur verpasst, die mit sanften kreisförmigen Bewegungen und konstanten Druck einhergeht. Der perfekte Look eines Henriquatre verlangt nach regelmäßiger Rasur und dem Trimmen. Der Bartschneider outet sich hier als präziser Partner, und Erfahrungen zeigen, dass der Henriquatre mit einer Bartlänge von 5 mm am attraktivsten aussieht. Allerdings sollte Man(n) auch Geduld zeigen, denn bis zu einem stattlichen Vollbart kann es schon bis zu vier Wochen dauern, da das Barthaar ca. 1,5 bis 2 cm pro Monat wächst.

Der Henriquatre Bart ist zweierlei, Faszination und Arbeit. Um diese schöne Liaison auf stabile Füße zu stellen, ist Regelmäßigkeit gefragt. Aber, will Man(n) deshalb auf ihn verzichten? Mitnichten!

Beardman, 2017