Rasierpinsel.

Nicht nur für Profis: Wir verraten Dir, wie Du mit dem Rasierpinsel zur optimalen Nassrasur kommst, und was Du dafür brauchst.

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Rasierpinsel

Der Rasierpinsel ist ein wichtiges und zugleich traditionelles Werkzeug beim Nassrasieren. Dabei handelt es sich um einen dicken, kurzstieligen Pinsel zum Erzeugen und zum Auftragen von Rasierschaum. Die Rasiercreme oder die Rasierseife kann im Vorfeld der Rasur in einer Rasierschale aufgeschlagen werden oder auch direkt im Gesicht aufgeschäumt werden.Ein guter Rasierpinsel soll strukturell in der Lage sein, eine ausreichende Menge Wasser aufnehmen zu können. Aus diesem Grunde haben sich besonders die Dachshaare bei den Herstellern durchgesetzt, und die beste Qualität liefert hier das besonders feine Silberspitzendachshaar. Es werden aber auch Pinsel aus Schweineborsten, Pferdehaaren und synthetischen Fasern gefertigt. Für die Wasseraufnahmekapazität ist aber die Gesamtoberfläche der Haare entscheidend.

Die Griffe werden heute meistens aus Kunststoffen hergestellt, aber es gibt auch Modelle mit Holz- oder Metallgriffen. Besonders hochwertige Rasierpinsel der gehobenen Preisklasse zeichnen sich durch einen Griff aus Horn, Carbon oder Porzellan aus.

Rasierpinsel richtig verwenden: So geht’s

  • Mit dem Pinsel schlägst Du die Rasierseife oder Rasiercreme zu Schaum.
  • Der Rasierschaum wird mit dem Pinsel möglichst bei kreisenden Bewegungen auf den Bart aufgetragen bzw. in den Bart einmassiert.
  • Gute Rasierpinsel bringen sogar eine Art „Peeling-Effekt“ mit.
  • Anschließend kannst Du Deine Rasur mit dem Rasierer oder dem Rasierhobel beginnen.

Zubehör

Rasierpinsel werden zusammen mit einem passenden Ständer angeboten, mit dessen Hilfe eine optimale Trocknung des Pinsels gewährleistet ist. Dazu soll der Pinsel aber zunächst von allen Seifenresten befreit werden. Durch eine sachgerechte Behandlung kann ein Pinsel über viele Jahre seine guten Dienste tun. Darüber hinaus werden geeignete Tiegel für das Aufschlagen der Rasierseife angeboten. Auch hierbei gibt es eine große Auswahl, um wirklich jeden Geschmack zu treffen.

Rasierseife versus Rasierschaum

  • Rasierseife ist mit weniger Zusatzstoffen belastet, wodurch Rasierseife im Allgemeinen bei empfindlicher Haut verträglicher ist.
  • Rasierseife macht die Barthaare in der Regel noch weicher als Rasierschaum.
  • Rasierseife entfernt Schmutz, Fett und Talg auf der Gesichtshaut gründlicher mit dem positiven Effekt, das die Barthaare die Feugtichkeit besser aufnehmen können.
  • Das Auftragen von Rasierseife mit dem Rasierpinsel hat zusätzlich einen angenehmen Massage-Effekt.
  • Rasierseife ist auf Dauer auch finanziell etwas günstiger.
  • Im Gegensatz zu Rasierschaum aus der Dose darf Rasierseife im Handgepäck im Flugzeug mitgeführt werden.

Rasierpinsel mit Dachshaaren

Der Dachshaar Rasierpinsel ist mit Blick auf den Preis eindeutig der „Mercedes“ unter den Rasierpinseln und dennoch der am weitesten verbreitetste Pinsel. Die Dachshaare werden heute fast ausschließlich aus China importiert, dort gilt der Dachs sogar als Schädling. Die höchste Qualitätsstufe erreichen Rasierpinsel Silberspitz oder der „Silvertip“ (englisch: super badger). In diesem Fall handelt es sich um spezielle Haare aus dem Bauch- und Nackenbereich des Dachses. Zu erkennen sind diese hochwertigen Silberspitz Rasierpinsel an den typischen hellen und weichen Haarspitzen. Qualitativ immer noch gut, aber eben an den Silberspitz nicht ganz heran reichend, ist dann der etwas dunklere, weniger feine „Best Badger“, das „Schlusslicht“ bildet der „Pure Badger“, seine Haare haben den in Relation größten Durchmesser. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Rasierpinsel aus Dachshaar in der Tat wegen seine größeren Gesamtoberfläche etwas mehr Wasser aufnehmen kann und insgesamt auch weicher und zarter mit Deiner Gesichtshaut umgeht.


Rasierpinsel mit Wildschweinborsten

Diese Pinsel sind wesentlich härter, und daher wird die Haut beim Einreiben der Rasierseife deutlich mehr beansprucht. Die stabilen Wildschweinborsten können relativ schnell größere Mengen der Rasierseife aufnehmen. Allerdings müssen diese Pinsel vor dem Gebrauch mindestens 5 Minuten lang in heißem Wasser eingeweicht werden. Erst nach einer längeren Nutzungsdauer arbeiten diese Pinsel aufgrund des Splisses optimal. Gemeint ist damit die zunehmende Aufrauung bzw. „Verletzung“ der Wildschweinborsten, was sich hinsichtlich der Wasseraufnahme positiv auswirkt. Diese Pinsel sind etwas günstiger als jene mit Dachshaaren.


Rasierpinsel aus Pferde- oder Rosshaar

Auch diese Pinsel sind etwas günstiger als die Dachshaar-Varianten, da das Pferdehaar als sogenanntes „Grobhaar“ einfacher zu verarbeiten ist. Pinsel aus Pferdehaar sind ein Kompromiss für all diejenigen, die Dachshaar zu weich und Schweineborsten zu hart finden. In den USA sind übrigens die Rasierpinsel aus Pferdehaar in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitgehend vom Markt verschwunden wegen des Verdachts, dass Pferdehaare Milzbrand auf den Menschen übertragen können. In einigen Ländern des Mittleren Ostens und Nordafrikas sind Rosshaar-Pinsel dagegen sehr verbreitet.


Rasierpinsel aus synthetischen Fasern

Es gibt viele Menschen, die Tierprodukte generell z. B. aus ethischen Gründen ablehnen, oder die auf Tierhaare allergisch reagieren. In diesen Fällen sind Rasierpinsel aus synthetischen Fasern eine gute Wahl. Äußerlich werden diese meistens den traditionellen Pinseln aus Dachshaar angeglichen, indem beispielsweise auch die Faserspitzen etwas heller gefärbt sind. Zum Beispiel hat der „Mühle Rasierpinsel Silvertip Fibre“ hervorragende Eigenschaften und ist kaum vom echten Silberspitz zu unterscheiden, allerdings hat er auch einen stolzen Preis. Die innovativen Mühle Rasierpinsel auf Kunstfaserbasis basieren übrigens auf eigenen Entwicklungsanstrengungen dieser Firma. Synthetische Rasierpinsel benötigen nicht ganz so viel Pflege wie jene mit Naturhaaren, sind dafür aber in der Wasseraufnahme etwas eingeschränkter.

Beardman, 2017