Rasierseife.

Die hohe Kunst der klassischen Rasur wird erst vollendet durch die Rasierseife. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Rasierseife verwenden und worauf Sie beim Kauf achten müssen!

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Rasierseife: Die klassische Rasur

Rasierseife ist vor allem eines: Tradition. Bevor Menschen anfingen, fertigen Rasierschaum aus der Dose zu nutzen, wurde stattdessen ein Stück Seife mittels (warmen) Wasser und einem Rasierpinsel zu Schaum geschlagen. Dieser ist hoch alkalisch, was dazu führt, dass Haut und (Bart)Haar gründlich eingeweicht werden und aufquellen können.

Rasierseife ist also tatsächlich Seife, ob in runder Form, in Form einer Stange, oder kleineren Sticks – die Konsistenz ist dieselbe. Deshalb muss sie zum Gebrauch aufgeschäumt werden. Das heißt, aus einem festen Stück Seife muss Schaum zum Rasieren hergestellt werden.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die vom jeweiligen Produkt, aber auch von individuellen Vorlieben abhängen.

Rasierseife richtig benutzen: Der eigene Rasierschaum!

Obgleich das Schaumschlagen auch nicht ganz so leicht ist, stellt es dennoch keine langwierige und komplizierte Prozedur dar. Auch sind die notwendigen Arbeitsmittel überschaubar: Neben der Seife selbst bedarf es eines Rasierpinsels (vorzugsweise aus Dachshaar), ggf. einer Rasierschale und warmen Wassers.
Der Kern besteht darin, Seife mittels Wasser und der Bewegung durch einen Rasierpinsel zu Schaum zu schlagen. Wobei das Schlagen auch ein Rühren oder Stampfen sein kann – oder auch alles zusammen.
Wie genau das geschieht, ist mitunter einfach eine Frage des Geschmacks. Wichtig ist nur, dass durch die Kombination von Wasser und Bewegung mit dem Pinsel aus der Seife Schaum entsteht.

Dafür kann z.B. einfach ein Stück Rasierseife direkt auf das feuchte Gesicht gerieben werden, bis ein seifiger Film entsteht. Dieser wird dann mit dem Rasierpinsel auf der Haut zu Schaum gerieben und verteilt.

Wer den Schaum nicht so direkt auf der eigenen Wange produzieren möchte, nimmt dafür eine Rasierschale. Eine Möglichkeit besteht dann darin, mit dem angefeuchtetem Rasierpinsel direkt die Seife abzureiben und den dabei abgetragenen Seifenfilm oder die Seifenstücke an dem Rand der Rasierschale abzustreifen und in diese hinein gleiten zu lassen. Anschließend muss sie dann in der Schale mit dem Pinsel und ggf. ein wenig (!) Wasser zu Schaum geschlagen werden (bzw. gerührt und gestampft werden).

Alternativ lässt sich natürlich auch einfach ein Stück Seife in die Schale legen, etwas Wasser dazu tun und dann mit dem Pinsel in Schaum zu verwandeln. Hierbei ist aber besonders darauf zu achten, nicht zu viel Wasser zu nehmen.

Das gilt generell: Die richtige Menge Wasser wird wesentlich leichter überschritten, als unterschritten. Ziel ist es schließlich, eine sahnige, schaumige Konsistenz zu erstellen, die auf die Barthaare aufgetragen und einmassiert wird – und nicht die Herstellung von Flüssigseife!

Schaumschlagen einfacher gemacht: Die Rasiercreme?

Während Rasierschaum aus der Dose bei vielen, die dazu neigen, die Rasur als kulturellen Akt zu zelebrieren, verpönt ist (oder gar als etwas für Barbaren gilt), sieht das bei der Rasiercreme anders aus.
Wer sich traditionell rasieren will, hat die Wahl zwischen Rasierseife und Rasiercreme. Letztere wird ganz ähnlich zu Schaum geschlagen, wie die Seife und unterscheidet sich von dieser im wesentlichen durch ihre Konsistenz. Als Creme ist sie allerdings einfacher zu Schaum zu schlagen, als die feste Rasierseife.

Die Wahl wird leicht zur Qual

Der funktionale Vorzug gegenüber dem Dosenschaum, nämlich die Gründlichkeit der Rasur und auch die vergleichsweise schonende Wirkung auf die Haut, ist sowohl bei der Seife, als auch der Creme zu finden. Beide sind hoch alkalisch, was zu einem besseren Einweichen und Aufquellen der Barthaare führt und somit eine gründlichere Rasur ermöglicht.

Sofern dieser essenzielle Vorzug gewährleistet ist, scheint es eher eine Frage der persönlichen Vorlieben, oder der individuellen Hautbeschaffenheit zu sein, was von beidem vorzuziehen ist.
Es gibt ebenso relevante Unterschiede zwischen der Rasierseife von verschiedenen Herstellern, wie zwischen Rasierseife und Rasiercreme vom gleichen Hersteller.

Ein Vorteil der Rasiercreme ist, dass sie in den meisten Fällen rascher und einfacher zu Schaum geschlagen werden kann und dass sich in ihr tendenziell mehr hautpflegende Inhaltsstoffe finden lassen. Aber eben nur tendenziell – es kann stark variieren. Und dasselbe gilt für die mitunter bessere Einweichwirkung der Rasierseife.
Neben persönlichen Vorlieben hängt die Frage, was nun vorteilhafter ist, von dem speziellen Produkt ab. Hier geht das Probieren wirklich über das Studieren, denn es kann auch starke individuelle Unterschiede geben.

Auf die Inhaltsstoffe kommt es an

Für den echten Kult-Barbier muss es echte Rasierseife sein. Aber auch dann sind die Inhaltsstoffe wichtig. Und auch dann kommt es drauf an.

Generell besteht gute Rasierseife, ähnlich wie auch beim Bartöl, aus Kokosöl und/oder Olivenöl. Natürliche Inhaltsstoffe sind vorzuziehen und Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe eher zu meiden. Zumindest, wenn die eigene Haut nicht so unverwüstlich ist, wie gewünscht, sollte möglichst auf derlei Zusatzstoffe verzichtet werden.
Außerdem sollte bei sensibler, unreiner und/oder trockener Haut (denn meist hat Mann ja leider nicht nur das Vergnügen mit einem von dreien) auf eine Rasierseife mit Aloe Vera und/oder Shea Butter zurückgegriffen werden. Beides spendet Feuchtigkeit und wirkt entzündungshemmend und wundheilend. Auch Honig, Kamille, Ringelblume oder Lavendel sind zu empfehlen, wenn die Haut in Sachen Unverwüstlichkeit nicht sehr weit oben steht.
Speziell bei fettiger Haut aber empfiehlt sich eine Rasierseife mit Pfefferminzöl, die einen kühlenden und antibakteriellen Effekt hat.

Ganz alternativ lässt sich auch die eigene Rasierseife mit den entsprechenden Zutaten für die eigene Haut herstellen.

Rasierseife selber machen: So geht’s

Je nach Vorlieben und Hauttyp kann das Rezept zur eigenen Rasierseife ganz individuell aussehen. Und natürlich gibt es auch hier unzählige Möglichkeiten, eine ganz eigene Pflegereihe für Ihren Bart zu erstellen. Wir zeigen Ihnen an dieser Stelle eine einfache und basale Variante, auf die Sie Ihre eigene Rezeptur gerne aufbauen können.

Rasierseife selber machen: Das Grundrezept

  • etwa 50 g an geschabter Kernseife
  • 250 ml destilliertes Wasser
  • ca. ebenfalls 50 g getrockneter Pflanzenteile (z.B. Kamille, Lavendel, Ringelblume – oder Alea vera)
  • Falls gewünscht für den Duft: ca. 5 Tropfen an ätherischen Ölen
  • Falls erwünscht: 1 Teelöffel Honig

Und für experimentierfreudige:

  • evt. zusätzliche Tropfen Kokos- oder Olivenöl
  • evt. ein paar Gramm Shea Butter

Für erfahrene Seifenhersteller, oder solche, die es werden wollen, gibt es unzählige Möglichkeiten und Rezepte. Die wichtigsten Zutaten dafür sind: Kokosnussöl, Olivenöl, Rizinusöl, Shea Butter, Stearinsäure, NaOH, Glycerin, ggf ätherische Öle, Honig und – Wasser.

Beardman, 2017